Berufsbildende Schulen kooperieren: Staatlich anerkannte Erzieherin und Erzieher sowie Fachhochschulreife

Vorreiterrolle in der Teilzeitausbildung: Die BBS Walsrode, Verden und Rotenburg mit ihren Schulleitern Andre Kwiatkowski, Manfred Runge und Wolf Hertz-Kleptow (von rechts) beschreiten neue Wege mit einer gemeinsamen Teilzeitausbildung in der Sozialpädagogik.

Startschuss für die Fachschule Sozialpädagogik in Teilzeitausbildung: Mit dem Beginn des neuen Schuljahres gehen die Berufsbildenden Schulen Walsrode, Rotenburg und Verden neue Wege und unterzeichneten in der vergangenen Woche einen Kooperationsvertrag zu einer gemeinsamen sozialpädagogischen Teilzeitausbildung - eine einmalige Form in Niedersachsen. Eine Teilzeitklasse bzw. einen Bildungsgang, der von mehreren Berufsbildenden Schulen gleichzeitig auf der Basis eines Kooperationsvertrages oder einer Vereinbarung angeboten wird, ist einmalig in Niedersachsen. Darauf verwies die stellvertretende Landrätin des Landkreises Rotenburg/Wümme und Mitglied des Landtages, Elke Twesten, in ihrem Grußwort während der offiziellen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen den drei Schulen.

Durch gesellschaftliche Veränderungen ist der Bedarf an pädagogischen Fachkräften in Tageseinrichtungen für Kinder in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Das Angebot der Vollzeit-Schulform habe aber nicht den Bedarf decken können. Mit einer neuen Teilzeitausbildung bieten die BBS Rotenburg, Verden und Walsrode bildungswilligen Schülerinnen und Schülern der Teilzeitklasse Fachschule - Sozialpädagogik - trotz familiärer Umstände die Gelegenheit, mit einem erfolgreichen Besuch der Schulform, den Abschluss „Staatlich anerkannte Erzieherin/Erzieher“ sowie die Fachhochschulreife zu erlangen.

Das Konzept beinhaltet eine dreijährige praktische und schulische Ausbildung an drei Tagen in der Woche (dienstags, samstags und manchmal freitags). Jede Schule ist dabei zu gleichen Teilen eingebunden. Als Vorteil der Teilzeitausbildung im Verbund sehen alle drei Schulen die Bündelung personeller sowie materieller Kapazitäten.

Seit Februar 2013 entwickelte eine Arbeitsgruppe aus Abteilungsleiterin, Lehrkräften und dem Fachberater das Konzept für die Inhalte der Ausbildung. „Das Betätigungsfeld als ausgebildete sozialpädagogische Fachkraft erstreckt sich über Kinderhorte, Jugendwohngruppen oder Jugendzentren“, erläuterte Dr. Holger Küls von den Berufsbildenden Schulen Walsrode die Entwicklung der Ausbildungsform, die er als Fachberater für Sozialpädagogik mitbegleitet. Alle Schulen verwiesen darauf, dass Anmeldungen noch möglich sind, allerdings nur noch wenige Schulplätze zur Verfügung stehen. Mit dem Pilotprojekt erhoffen sich die Schulen, ein zukunftsorientiertes Ausbildungsmodell geschaffen zu haben, um verstärkt dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 07.10.2014 (re)

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