Praktikum: Bulgarische Lehrerin Velka Nedyalkova in den Berufsbildenden Schulen Walsrode zu Gast

Austausch  unter Lehrkräften: Velka Nedyalkova, Schulleiterin in Bulgarien, erhält  von BBS-Leiter Andre Kwiatkowski, Einblicke in den Schulalltag.„Öffnung von Schule und Europa“: So umschreibt BBS-Schulleiter Andre Kwiatkowski die Idee, die hinter dem Praktikum der bulgarischen Lehrerin Velka Nedyalkova an den Berufsbildenden Schulen Walsrode steckt (bis 29. November). Der pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD) fördert solche Projekte.

In Bulgarien wird ab der zweiten Klasse Englisch unterrichtet. Viele Schüler entscheiden sich ab der siebten Klasse für Deutschunterricht, um später bei einem Studium in Deutschland bessere Möglichkeiten zu haben.

Velka Nedyalkova unterrichtet Deutsch am Berthold-Brecht-Gymnasium in der Stadt Pazardzlik bei Sofia. Daher fällt ihr die Unterhaltung in der Fremdsprache auch nicht schwer und führt in abendlichen Gesprächen bei ihren
Gastgebern (Arne Kuhne, Abteilungsleiter an der BBS Walsrode) zu intensiven Gesprächen über Situationen aus Alltag und Schule. Diese Situation beschreibt Velka Nedyalkova als sehr angenehm. „Man erfährt so einen tieferen Einblick in die Kultur und Lebensweise."

Großes Interesse hat die studierte Pädagogin am Schulleben. Eine Umstellung gab es für Nedyalkova bei der Unterrichtslänge: Während in Bulgarien jede Unterrichtsstunde nach 40 Minuten von einer Pause unterbrochen wird, sind die Einheiten an den Berufsbildenden Schulen Walsrode auf 90 Minuten ausgelegt. Als Schülerin besuchte sie selbst das Berthold-Brecht-Gymnasium in Pazardzlik. Heute leitet sie die Schule und nimmt mit großem Interesse die Ausbildung der Referendare in Deutschland wahr. Gespräche mit den angehenden Lehrern nutze sie für einen intensiven Einblick in die Lehrerausbildung vor Ort. „Ein Referendariat gibt es in Bulgarien nicht. Ausgestattet mit einem Laptop durch den Staat unterrichtet man nach dem Studium gleich an einer Schule. Viele Unterrichtsmethoden gleichen sich", stellte Nedyalkova im Vergleich fest.

Auch sind viele Arbeitsweisen im Unterricht und in Kleingruppen ähnlich wie in Bulgarien. Kleine Dinge, wie der Einsatz von Musik als Unterrichtselement, sind ihr aber als sehr angenehm aufgefallen. Der Einfluss von Disziplinverhalten hat in Bulgarien keine positiven oder negativen Auswirkungen auf die Zeugnisnoten. „Lediglich die schriftlichen Arbeiten geben am Ende eine Aussage über die Leistungen der Schüler", berichtet Velka Nedyalkova.

Ein Schulgeld wird in Bulgarien nicht erhoben. Der Unterricht findet allerdings in zwei Schichten statt. Schicht eins startet um 7.30 Uhr und endet um 13.30 Uhr. Für die zweite Schicht beginnt der Unterricht dann ab 13.30 Uhr und dauert bis 19.30 Uhr. „Die Klassen haben eine Mindestgröße von 18 Schülerinnen und Schüler. Maximal werden aber auch nur 26 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse unterrichtet", berichtet die bulgarische Schulleiterin.

Quelle: Walsrode Zeitung vom 22.11.2014 (re)

TOP