Bäckerei- und Konditorei-Auszubildende aus dem französischen Rouen zum Austausch in den BBS

 Dabei lernten die französischen Auszubildenden viele neue Techniken bei der Herstellung kennen.Kornstangen am Spieß, Zwiebelbrot mit Griebenschmalz, Stollenwolken oder Wiener Knoten - Das Angebot an Back- und Konditorprodukten bei der Abschlussveranstaltung war groß. Die Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode hatten die Leckereien gemeinsam mit französischen Auszubildenden aus Rouen beim ersten Austauschprogramm hergestellt.

Eine Woche lang durften die zehn jungen Bäcker und Bäckerinnen aus der Normandie bei Roland Ehlers, Bäcker und Lehrer für Fachpraxis an der BBS, und seinen Schülern etwas über die Geheimnisse deutscher Backkunst erfahren. Zum ersten Mal waren Auszubildende aus Frankreich zu Besuch an der BBS in Walsrode.

Bienenstich, Brötchen am Stiel und Schmalzgebäck: Die Tafel mit den produzierten Back- und Konditorwaren war lang.Zwar hatte es vorher schon Austauschprogramme der BBS gegeben. Doch der Besuch aus dem Nachbarland war der erste dieser Art. Organisiert wurde der Austausch von Roland Ehlers und Irene Hemme, Theorielehrkraft im Bäckereibereich der BBS. Und die beiden boten den 17- bis 18-jährigen Franzosen jede Menge Programm. „Während die eine Gruppe in der Backstube stand, war die zweite Gruppe in Walsrode unterwegs und hat verschiedene Bäckereigeschäfte besucht“, sagte Irene Hemme.

Dabei gab es viel Neues zu entdecken, aber auch bekannte französische Backwaren. „Die Baguettes sind viel länger und dünner als in Frankreich, haben die Schüler erzählt“, berichtete Frau Hemme. Auch gefüllte Croissants seien bei den frankophonen Nachbarn gänzlich unbekannt. Fasziniert habe die Schüler das reichhaltige Brotsortiment und Gebäcksorten wie Stollen oder die belegten Brötchen.

Zum Abschluss der Austauschwoche kamen alle Auszubildenden und Organisatoren noch einmal in der BBS zusammen.Vor allem das Arbeiten mit Sauerteig und Roggenmehl war für die Franzosen neu, da in Frankreich traditionell meistens Weizenmehl zur Brot-Herstellung verwendet wird. Um erst einmal den Geschmack von Roggenmischbroten aus Sauerteig oder auch Vollkornbroten kennenzulernen, ließ Bäcker Ehlers seine französischen Schüler die Backwaren verkosten. Wichtig dabei: „Beim Verkosten darf nur die Krume gegessen werden, nicht die Kruste“, sagte Herr Ehlers. Die Röstaromen würden den Geschmack verfälschen.

Doch der ein oder andere Azubi wäre um ein paar süßliche Aromen wohl froh gewesen. „Den Schülern waren die Brote zu sauer“, berichtete Herr Ehlers. Auch die eher feuchte Konsistenz von Vollkornbroten war für die jungen Männer und Frauen nicht wirklich eine Gaumenfreude. Doch der ein oder andere Brotkrumen konnte dann doch begeistern.

Nach dem Verkosten setzte Roland Ehlers mit seinen französischen Kollegen Lorent Golain und Bruno Breteau Sauerteig an, buk Brote und zeigte den Gästen, wie man Quarkbällchen in Fett ausbackt. Dies war besonders für die angehenden Konditoren - Patissiers genannt - interessant, ein in Frankreich meistens wegen der körperlich weniger harten Arbeit auch von Frauen ausgeübter Beruf. Und die süßen Teilchen mundeten letztlich allen, auch den Franzosen.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 16.12.2014 (sth)

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