Rund 20 Schüler beginnen die Ausbildung zum Sozialassistenten - Schwerpunkt Sozialpädagogik - in Teilzeit

Sind stolz auf und glücklich über den neuen Ausbildungszweig der BBS Walsrode: Schulleiter Andre Kwiatkowski, Abteilungsleiterin Claudia Baden - mit drei ihrer Schützlinge - und Wolfgang Puschmann.Mit dem brühmten „Hallelujah“ von Leonard Cohen leitete Nadine Henning am Klavier die feierliche Einschulung im Forum der Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode ein. Ob sich in diesem Moment die rund 20 Schüler ebenfalls „Hallelujah“ dachten, sei dahin gestellt. Doch der Stolz und die Freude waren ihnen anzusehen.

Die abschließende Ansprache gestaltete Claudia Baden lebhaft mithilfe der Gummistiefel ihrer Tochter.Das Besondere an dem neuen Ausbildungszweig zum Sozialassistenten mit Schwerpunkt Sozialpädagogik, den die BBS Walsrode anbieten, ist zum einen die bunte Mischung an Schülern, zum anderen der berufsbegleitende Unterricht. Einige der am Dienstag frisch Eingeschulten können auf 17 Jahre Berufserfahrung zurückblicken, während andere am Anfang ihrer Erziehertätigkeit stehen. Mit der Bereitstellung einer dritten Krippenkraft in Kindertagesstätten sei vom Land diese Ausbildung vorausgesetzt worden, so Abteilungsleiterin Claudia Baden.

„Der Wunsch, dieses Angebot in unser Programm aufzunehmen, wurde mehrfach an uns heran getragen“, sagte Schulleiter Andre Kwiatkowski in seiner Begrüßungsrede, „somit haben wir ihn gerne realisiert.“ Die BBS Walsrode seien damit ein Musterbeispiel, wie einfach der Bedarf an beruflicher Bildung gedeckt werden könne, fuhr Kwiatkowski fort. Anschließend machte der stellvertretende Walsroder Bürgermeister Wolfgang Puschmann deutlich, wie wichtig es für diesen Zweig sei, Familie, Beruf und Weiterbildung miteinander zu vereinen.

Drei Schüler stellten sich, nach einem weiteren Klavierstück, persönlich vor und erzählten, warum sie den Job ergriffen haben und was ihre Erwartungen an die Ausbildung seien. So wurde beispielsweise deutlich, wie unterschiedlich die Teilnehmer zum Erzieher geworden sind und dass es nicht jahrelanger Berufserfahrung bedarf, um gut mit Kindern umgehen zu können. Die Schüler stellten fest, dass es wunderbar sei, wie die Klasse schon jetzt miteinander interagiere und sich unterstütze.

Dass Unterstützung und Durchhaltevermögen das A und O in der Ausbildung sind, bewies Claudia Baden zum Abschluss mit einer Kurzgeschichte: Ein kleiner Junge kommt nicht in seine Stiefel, also muss seine Erzieherin ihm helfen. Durch Ziehen und Zerren gelingt es endlich, die Schuhe anzuziehen. Doch sie wurden vertauscht, und so befindet sich der rechte Schuh am linken Fuß und andersherum. Nach erneutem Aus- und Anziehen stellt sich heraus, dass die Schuhe dem kleinen Bruder des Jungen gehören. Nach einer weiteren Prozedur fragt die völlig entnervte Erzieherin nach den Handschuhen des kleinen Jungen. Dieser entgegnet nur: „Die habe ich vorne in die Schuhe gesteckt.“

Dieses Parade-Beispiel, so Claudia Baden, solle den angehenden Sozialassistenten zeigen, wie viel Kraft sie dieser Beruf kosten kann und wie viel Geduld sie aufbringen müssen. Mit diesen einprägsamen Worten entlässt sie die Anwesenden zu Kaffee und Gebäck. Ein letzter gemütlicher Nachmittag, bevor das Schulleben wieder begann.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 08.10.2015 von Sina Stahlsmeier

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