Demographischer Wandel macht Ausbildung zu Heilerziehungspfleger attraktiv

Nicht nur Theorie: Zur Ausbildung der angehenden Heilerziehungspfleger gehört auch ein großer Praxisanteil direkt in Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Heimen.Profis für Inklusion, das beschreibt den Beruf der Heilerziehungspfleger ziemlich treffend. Bundesweit wurde der erste Ausbildungsgang 1958 eingerichtet. An den Berufsbildenden Schulen Walsrode gehört der dreijährige Ausbildungsgang „Heilerziehungspflege" an den Berufsbildenden Schulen Walsrode mehr als 14 Jahren zum festen Angebot - und könnte eine Perspektive sein für Schüler, die bisher noch nicht wissen, was sie nach dem bevorstehenden Schulabschluss machen wollen.

Der Begriff Heilen ist dabei nicht im medizinischen Verständnis gemeint, sondern kommt von „heil werden" im Sinne von „ganz werden". Heilerziehungspfleger assistieren bei der Gestaltung von Alltag und Freizeit, dazu integrieren die ausgebildeten Fachkräfte pädagogische und pflegerische Kompetenzen. Sie begleiten Menschen in integrative Schulen oder Bildungswerkstätten. Betreuten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen „ein Leben so normal wie möglich" bereitzustellen, ist das Anliegen der Heilerziehungspfleger.

Die Entscheidung, einen Beruf im sozialen Bereich zu wählen, um Menschen zu helfen, wird oft von familiären Aspekten beeinflusst. „Erleben, was wir auch erleben, positiv wie negativ", nennt Kai Rührdanz als Hauptgrund für seine Berufswahl. Er hat sich gemeinsam mit 21 weiteren Schülern für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an den Berufsbildenden Schulen entschieden.
Wöchentlich werden an drei Tagen theoretische Grundlagen in der Außenstelle der BBS Walsrode an der Schmersahlstraße vermittelt. An zwei Tagen heißt es dann praktische Erfahrungen sammeln in Kindertagesstätten, Heimen, Wohngruppen, Kliniken, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder anderen Einrichtungen. Heilerziehungspfleger geben Unterstützung bei Beratung und Begleitung von Menschen mit Behinderung aller Altersgruppen und Behinderungsformen.

„Der praxisnahe Einsatz ist ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung und muss von den angehenden Fachkräften schon vor Ausbildungsbeginn nachgewiesen werden", erklärt Abteilungsleiterin Claudia Baden. Das Betätigungsfeld in der Heilerziehungspflege umfasse ein breites Angebot und biete gerade auch in der Region sehr gute und vielfältige Einsatzmöglichkeiten nach der dreijährigen Ausbildung. „Mit dem demographischen Wandel, der auch in unser ländlich geprägten Region einsetzt, haben die Ausbildungen in den Pflegeberufen auch an der BBS Walsrode ein großes Wachstum erfahren", bemerkt Schulleiter Andre Kwiatkowski. Auch ein anschließendes Studium nach der Ausbildung ist möglich.

Familiäre Gründe waren nicht bei allen Schülern ausschlaggebend für ihre Entscheidung, in einem Beruf zu arbeiten, um Menschen mit Einschränkung zu helfen. Einige sind über ein Freiwilliges Soziales Jahr mit dem Beruf in Berührung gekommen und wollen Vorurteile in der Gesellschaft abbauen. „Menschen mit Beeinträchtigung werden immer wieder unterschätzt", berichtet Ida Leseberg von ihren Erfahrungen. Die Schüler erfahren in ihrer Ausbildungszeit eine große Bandbreite an Wissen in Psychologie, Pflege und Pädagogik. Neben der Ersthelferausbildung bietet die BBS Walsrode den Erwerb des Arzneimittelscheins als Zusatzqualifikation an. Zudem gibt es optionale Lern-angebote für Psychomotorik oder „Naturforschen erleben und Forschergeist wecken" sowie „Kunst geht über Grenzen".

Voraussetzungen

Grundlagen für die Bewerbung um einen Schulplatz sind:

  • Sekundarabschluss I
  • Erfolgreicher Besuch der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege Schwerpunkt Persönliche Assistenz
  • oder erfolgreich abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung
  • oder Hochschulzugangsberechtigung mit einem Nachweis eines einschlägigen Praktikums von 400 Zeitstunden

Ansprechpartnerin ist die Abteilungsleiterin Schulische Berufsausbildung, Claudia Baden. Sie ist erreichbar per E-Mail unter .

Quelle: Walsroder Zeitung vom 04.06.2016

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