Podiumsdiskussion: Schüler der BBS Walsrode machen sich ein Bild von Parteien und Kandidaten

Auf dem Podium diskutierten (von links) die ehemalige BBS-Schülerin Berivan Bozkurt, Sebastian Zinke (SPD), Ellen Gause (Grüne), Michael Müller (Junge Liberale/FDP), Klaus Kunold (WBL), Hermann Norden (CDU) und die BBS-Schülerin Anna Lena Tödter.Eine Frage an Hermann Norden, CDU: „Die Wahlplakate titeln ,Mehr Heimat' - wie kann ich das als Jugendliche mit Migrationshintergrund verstehen?" Norden antwortet, aber Berivan Bozkurt lässt noch nicht locker: „Wenn Sie sagen, Sie sind für Heimat - wogegen sind Sie dann?" Die 19-jährige Absolventin der Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode und ihre „Moderationskollegin" Anna Lena Tödter, momentan noch Schülerin an den BBS, haben sich punktgenau vorbereitet, um fünf Parteien und je einen entsprechenden Kandidaten im Heidekreis vor der Kommunalwahl am 11. September ins Kreuzverhör zu nehmen. Damit handeln sie im Interesse der 150 Schüler, die vor ihnen im Forum der BBS sitzen - denn die sind fast alle Erstwähler und möchten sich ein möglichst aufschlussreiches Bild davon machen, welche Köpfe und Ideen sich hinter den Namen auf den Wahlzetteln verbergen.

Talkshow-Stimmung kam im Forum der BBS Walsrode auf, als Berivan Bozkurt (links) und Anna Lena Tödter die Kandidaten für die Kommunalwahl ins Kreuzverhör nahmen.„Die Kommunalwahl ist die Wahl, die dort stattfindet, wo das Leben spielt", sagt Arne Kuhne, Abteilungsleiter an den BBS. „Es geht um Themen, die den Alltag vor Ort direkt beeinflussen." Die Initiative zu einer Podiumsdiskussion in der Schule sei aus dem Kreistag gekommen, erklärt Mit-Initiator und Fachlehrer Thomas Eidt die Entstehung der Veranstaltung. Es gehe vorrangig darum, die Ansichten der verschiedenen Parteien und Kandidaten zu skizzieren, eine Konkretisierung in Sachen Kreis- oder Gemeindeebene spiele keine Rolle. Die Parteien hätten selbst entscheiden können, wen sie den wissbegierigen Schülern gegenübersetzen wollten, so Eidt. Die „politischen Botschafter" heißen letztlich Sebastian Zinke (SPD), Ellen Gause (Grüne), Michael Müller (Junge Liberale/FDP), Klaus Kunold (WBL) und Hermann Norden (CDU). Nach einer kurzen Selbstvorstellung der Politiker ist es an Berivan Bozkurt und Anna Lena Tödter, die Gäste ihren vorbereiteten sowie den aufkommenden Fragen des Publikums auszusetzen. Die Themenspanne reicht dabei von Tourismus über Bildung und Arbeitsplätze bis hin zu Flüchtlinge.

Während einige Kandidaten versuchen, das junge Publikum mit Schlüsselwörtern wie „H&M", „Primark" oder „ WLAN" zu ködern, halten andere an den Grundpfeilern ihres Wahlprogramms fest, ohne die Einzelpunkte noch einmal extra auf die neue Erstwähler-Generation herunterzubrechen. Auf erst- oder letztgenannte Art: Über Applaus dürfen sich alle Kandidaten an der einen oder anderen Stelle freuen, mal kräftiger, mal verhalten. Den lautesten Beifall erntet schließlich ein Aufruf Klaus Kunolds an die Schüler, dem die anderen Parteivertreter nur beipflichten können: „Zeigt bei dieser Wahl der AfD die kalte Schulter."

Quelle: Walsroder Zeitung vom 30.08.2016 von Märit Heuer

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