Auszubildende der BbS zu Gast in Beauvais

Französische Gebäcke unter die Lupe genommen: Die Walsroder und Verdener Bäcker- und Fachverkäuferin-Auszubildenden arbeiteten zwei Tage in der Schulbäckerei mit französischen Auszubildenden.Baguette, Croissants, Brioche oder Macarons. Alles typische Leckereien der französischen Backkunst. Sieben Auszubildende zum Bäcker oder zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei, aus den Berufsbildenden Schulen Walsrode und den Berufsbildenden Schulen Verden besuchten kurz vor Weihnachten für zwei Wochen das Nachbarland Frankreich.

Gemeinsam mit den Fachlehrern Roland Ehlers (BBS Walsrode) und Axel von der Mehden (BBS Verden) trafen sie französische Auszubildende und Lehrer des Chambre des Metiers aus Beauvais, knapp 70 Kilometer nordwestlich von Paris, um mehr über die Verfahren zur Herstellung von französischen Gebäcken zu erfahren.

Gefördert durch das deutsch-französische Jugendwerk (DFJW) gab es für die deutschen Auszubildenden gemeinsam mit den französischen Auszubildenden in der ersten Woche sprachliche Animation. Diese ersten angeleiteten Grundlagen durch Mitglieder der Organisation EuropaDirekt aus Dresden sorgten für eine schnelle Annäherung der Bi-nationalen Gruppe.

Trotzdem war der „Google-Translator" während des Aufenthalts ein wichtiger und unentbehrlicher Begleiter. In Tandemgruppen erfuhren die deutschen Auszubildenden aus dem zweiten Ausbildungsjahr in der Lehrbäckerei und Konditorei der Schule die Besonderheiten der Herstellung von typischenfranzösischen Gebäcken.

Überrascht zeigten sich die beiden Fachlehrer von der Herstellungstechnik für laminierte Teige, aus denen später Croissants oder Pain au Chocolate hergestellt wurden. Während in Deutschland der Teig sanft bearbeitet wird, gehen die französischen Bäcker doch eher gröber mit dem Produkt in der Herstellung um. „Auffallend war die entspannte Arbeitsweise. Die Teige haben auch viel mehr Reifezeit und eine weichere Konsistenz", resümierten die beiden deutschen Fachlehrer.

Nach dem einwöchigen sprachlichen Seminar schloss sich für die deutschen Auszubildenden ein einwöchiges Praktikum an. Erstaunt zeigten sich die Auszubildenden über das
schmale und sehr weizenbetonte Brotsortiment. Hunderte von Baguettes liefen durch die Hände der Azubis. „Die Aufarbeitung der Teige und Formgebung der Brote ist total anders als bei uns", zeigte sich Eike Küster fasziniert. Zu den regionalen Spezialitäten gehört der „Flan". Er ist das, was in unserer Region der Butterkuchen ist. Eine im Durchmesser etwa 20 Zentimeter runde Form wird mit einem Mürbe- oder Blätterteig ausgelegt, in die eine Vanillecreme gefüllt wird, die für den besseren Geschmack noch mit etwas Butter angereichert wird. Anschließend wird der „Flan" für rund 20 Minuten gebacken und nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäubt. „Jeder Bäcker preist seinen ,Flan' als den besten der Region an", erinnert sich Roland Ehlers. Süß und viel fürs Auge war das Resümee der Teilnehmer zum deutsch-französischen Azubi-Austausch, der im März mit dem Besuch der französischen Schüler in Walsrode und Verden fortgesetzt wird.

Teilnehmer des deutschfranzösischen Projekts: Sandra Alhusen, Landbäckerei Meyer, Nordkampen; Anja Biermann, Bäckerei Wöbse, Kirchlinteln; Denise Engelke, Baalk Backbord, Verden; Nuno Böe Moreira, Wolthers Brotkate, Walsrode; Eike Küster, Bäckerei Wrogemann, Wietzendorf; Darleen Rollar, Wolthers Brotkate, Walsrode; Daria Scholz, Stadtbäckerei Hoppe, Schneverdingen

Quelle; Walsroder Zeitung vom 21.12.2016

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