Vom Bauernbrot bis zur Möhrenkruste

Ein Handwerk, aber auch große Unterschiede: Französische Bäckerlehrlinge bekamen in den BBS Walsrode einen Einblick in die Vielfalt des Gehackten.

Deutsch-französischer Bildungsaustausch für Auszubildende des Bäckerhandwerks wird fortgesetzt

Manon Patou ist von der Vielfalt der Brote und des Gebäcks überwältigt. „Wir arbeiten meist mit Hefe", erzählt sie in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode. Sie ist eine der zehn Auszubildenden des Bäckerhandwerks im zweiten Lehrjahr aus Beauvais in Frankreich, die in diesem Jahr an dem bereits seit mehreren Jahren bestehenden Bildungsaustausch mit der deutschen Schule teilnehmen. In Kooperation mit den BBS Verden und den Bäcker-Innungen Walsrode und Osterholz-Verden waren bereits Ende 2016 angehende deutsche Bäcker zu Gast in Frankreich.

Das Austauschprogramm besteht jeweils aus zwei Wochen im Partnerland. Die erste Woche ist durch mehrtägige Seminare, Sprachunterricht, Vorstellung der Ausbildungssysteme und Betriebsbesichtigungen geprägt. In der zweiten Woche lernen die Bäckerlehrlinge mit ihren Partnern die Arbeitsweisen und Produktionsabläufe in den Bäckereien des jeweiligen Landes kennen.

Einen Eindruck und praktische Erfahrungen konnten die jungen Franzosen und Französinnen bereits in den BBS Walsrode sammeln. Zur Vorstellung ihres Austauschprogramms hatten die angehenden Bäcker mit einer Tafel voller verschiedener Brotsorten und mannigfaltigem Gebäck geladen. Neben Kaffee und anderen Getränken gab es verschiedene Brotsorten -vom rustikalen Bauernbrot bis zur Möhrenkruste. Daneben lockten Laugengebäcke und Kleingebäck aus Weizenmehl, Rosinenbrötchen, Hörnchen und Knoten, Käse-Mohnkuchen, Nussschnitten und Bienenstich sowie Joghurt-Fruchttorte und Franchipan-törtchen zum Probieren.

„Sehr herzhaft", beurteilte Manon Patou das deutsche Gebäck. Dort werde mehr mit Sauerteig und Roggen gearbeitet. Aber nicht nur bei den Backwaren bestehe ein deutlicher Unterschied. „Hier ist alles so sauber", zeigte sie sich erstaunt über die Verhältnisse in der Schule, den Bäckereien und in den Straßen.

Für Landrat Manfred Ostermann liegt der wichtigste Part des Austauschprogramms darin, Unterschiede zu erkennen und zu akzeptieren. Gegenseitiges Kennen- und schätzen lernen sei die Grundlage für ein friedliches Miteinander. In gegenseitigem Verständnis könnten nicht nur auf der Ebene der Auszubildenden, sondern allgemein zwischen den Völkern Freundschaften geschlossen werden und Kulturaustausch stattfinden.

Dabei hilft bei dem Austauschprogramm das gemeinsame Leben der angehenden Bäcker und Bäckerinnen in der Jugendherberge. „Hier lernen sie die Sprachen, die Gemeinsamkeiten, die Unterschiede und das Verbindende", erläuterten Gisela Gehle, die betreuende Dolmetscherin, und Lehrer Roland Ehlers.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 13.03.2017 (hbh)

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