„Speeddating“ an den Berufsbildenden Schulen Walsrode: Ausbilder von 17 Firmen treffen auf 100 potenzielle Auszubildende

Interessante Gespräche beim „Speeddate“: Ralf Siemers und Olufunbi Olumu waren sich mit Tim Vee einig, dass das Betriebsklima am Arbeitsplatz mit ausschlaggebend ist.Rund 100 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BbS) Walsrode aus unterschiedlichen Schulzweigen und Klassen erlebten am vergangenen Dienstagvormittag ein „Date mit Arbeitgebern“. Dazu eingeladen hatten die Agentur für Arbeit Celle, die Volkshochschule Heidekreis mit dem Projekt „Fachkräfte und Chancen sichern“ (FuCHs) und die BBS. 17 Firmen waren als mögliche Arbeitgeber die andere Partei des „Dates“. Mit dabei waren Polizei, Industriebetriebe, Klinikum und Handwerker.

Regulär dauerten die Treffen kaum 20 Minuten. 15 Minuten davon dienten dem gegenseitigen Kennenlernen, fünf der Beurteilung, ob das Treffen für ein weiteres Kennenlernen reichte. Die erfahrenen Arbeitgeber gaben den Schülern darüber hinaus auch Tipps, wie spätere „Dates“ mit möglichen Chefs erfolgreiche vorbereitet und gestaltet werden könnten.

„Die Jugendlichen sind gut vorbereitet“, meinten Mora Veelen vom Arbeitgeberservice und Maike Dröscher von der Berufsberatung der Arbeitsagentur. Im Rahmen der schulischen Ausbildung und in Sonderkursen hatten die Schülerinnen und Schüler ihre Bewerbungsmappen optimiert und sich auf die Gespräche vorbereitet. Von BbS-Lehrer Martin Henric-Petri organisiert, stellten sie sich einem oder mehreren möglichen Arbeitgebern vor.

„Manche sind weder Fisch noch Fleisch“, urteilte Uwe Goldschmidt von dem amerikanischen Konzern ITW, der in Hodenhagen Komponenten für Rückhaltesysteme aus Kunststoff produziert. Für ihn war es schwierig, Interessenten für die Arbeit in der Produktion zu finden. Im Bereich Technik fehle es an möglichem Nachwuchs. Die Jugendlichen seien mehr am kaufmännischen Bereich interessiert, meinte er. Einen Tisch weiter erklärte eine Schülerin, warum sie Konditorin werden möchte, obwohl die Arbeitszeiten schwierig, die Belastung hoch und die handwerklichen Fähigkeiten ausgeprägt sein müssten.

Louis Mwamuye interessierte sich bei Carolin Möller und Mirja Anthony für die Arbeitsmöglichkeiten im IT-Bereich bei Hagebau.Carolin Möller und Mirja Anthony von Hagebau interviewten derweil Louis Mwamuye, der eine Karriere im IT-Sektor anstrebt. Er punktete mit Vorkenntnissen, Praktika und kreativen Ideen. Tim Vee bekam an einem anderen Stand von Ralf Siemers und Olufunbi Olomu erklärt, dass bei Stern-Partner in Walsrode nicht nur Noten entscheidend seien, sondern das Verständnis untereinander. „Ich muss schauen, ob ein Bewerber in die Gruppe passt“, so Siemers.

„Mit der erfolgreichen Aktion ist auch ein Sog verbunden“, weiß Angela Freitag von „FuCHs“. Mit den Vorbereitungen in den Unterrichten und beim Speeddating mit den Firmen würden die Schülerinnen und Schüler sicherer imAuftreten, bekämen Mut und Selbstbewusstsein, stellte sie fest. Außerdem biete die Veranstaltung einen Überblick über die beruflichen Möglichkeiten. Die Arbeitgeber äußerten sich ebenfalls zufrieden. Und vereinzelt sind sich Schüler und Arbeitgeber auch schon näher gekommen.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 09.11.2017 (hbh)

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